Interview: AI Insights 2026:
In einem exklusiven Interview haben wir uns mit Niklas Goby, CTO des BadenCampus und Viola Erb, Innovation Consultant zusammengesetzt, um einen Blick auf die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung im Jahr 2026 zu werfen.
Was haben Unternehmen in den letzten Jahren gelernt? Wo stehen wir heute, und wie geht es weiter?
Viola Erb: Niklas, 2025 war ein Jahr, das sehr viel Aufmerksamkeit auf KI und Automatisierung gelegt hat. Es gab viele Hoffnungen und Erwartungen, doch viele der Projekte blieben hinter den Erwartungen zurück. Was sind deine Gedanken zu diesem Jahr?
Niklas Goby: Ja, 2025 war ein spannendes Jahr. Der Hype um KI, insbesondere um Agentenarchitekturen, war riesig. Aber, wie du sagst, der große Durchbruch blieb aus. Viele Unternehmen sind in KI-Projekte eingestiegen und haben hohe Erwartungen an Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen gesetzt. Doch viele der initialen Projekte sind entweder gescheitert oder verlaufen im Sand. Die Technologie selbst hat enormes Potenzial, aber die Erwartungen waren oftmals einfach zu hoch.
Viola Erb: Wo siehst du die größten Trends, die 2026 das Bild prägen werden?
Niklas Goby: 2026 wird ein Wendepunkt sein. Wir werden weniger Hype, dafür aber mehr realistische Umsetzungen sehen. Die Technologie wird zunehmend zur Commodity – das heißt, wir werden mit KI und Automatisierung viel schneller und effizienter arbeiten können. Aber der entscheidende Punkt wird der Return on Investment (ROI) sein. Unternehmen werden sich zunehmend darauf fokussieren müssen, dass KI-Projekte von Anfang an klar messbare Mehrwerte liefern. Niemand will mehr in ein teures Experiment investieren, das keine klaren Ergebnisse liefert.
Viola Erb: Was ist deiner Meinung nach der häufigste Fehler, den Unternehmen bei der Einführung von KI machen?
Niklas Goby: Der häufigste Fehler ist, dass viele Unternehmen die Qualität ihrer Daten überschätzen. Sie glauben, dass die benötigten Daten einfach verfügbar sind. In Wirklichkeit gibt es oft viele Herausforderungen beim Sammeln, Bereinigen und Strukturieren dieser Daten. Und dann kommt hinzu, dass der Aufwand, KI-Systeme in bestehende Prozesse zu integrieren, viel höher ist, als viele anfangs denken. Es ist eben nicht nur ein „Klick“-Prozess, es braucht oft viel mehr Arbeit, als man denkt.
Viola Erb: Wo müssen Unternehmen konkret ansetzen, wenn sie in 2026 erfolgreich mit KI und Automatisierung arbeiten wollen?
Niklas Goby: Der erste Schritt ist, dass sie ihre Erwartungen realistisch anpassen. Viele glauben, sie können sofort enorme Effizienzgewinne erzielen, doch das funktioniert oft nicht. Kleine, gut definierte Projekte, die im Laufe der Zeit skalierbar sind, bringen viel mehr. Am wichtigsten ist, dass Unternehmen sich bewusst machen, dass KI nicht die Lösung für alles ist. Sie sollte gezielt in Bereichen eingesetzt werden, wo sie auch echten Mehrwert bringt.
Viola Erb: Wie sieht der Startpunkt aus? Sollte man einfach loslegen oder gibt es einen besseren Weg?
Niklas Goby: Die beste Herangehensweise ist, klein anzufangen. Ein erster Schritt könnte ein Workshop mit einem Experten sein, um herauszufinden, welche Prozesse im Unternehmen von KI profitieren könnten. Ein solcher Workshop hilft, realistische Anwendungsfälle zu identifizieren und eine klare Strategie zu entwickeln. Der schlimmste Fehler ist der Stillstand. Wer zu lange zögert, wird schnell abgehängt.
Viola Erb: Abschließend, was sind die größten Chancen, die du für 2026 siehst?
Niklas Goby: Die größten Chancen liegen in der pragmatischen Umsetzung. Unternehmen werden lernen, wie man KI sinnvoll und nachhaltig in die täglichen Prozesse integriert. Besonders spannend wird es, wenn wir beginnen, KI nicht nur für Software, sondern auch für die Steuerung von Maschinen und Produktionsprozessen zu nutzen. „Physical AI“ wird ein großes Thema. Es wird ein Jahr der realen Umsetzungen – weniger Hype, dafür echte Innovationen, die messbare Mehrwerte bringen.
Viola Erb: Danke, Niklas, für diesen spannenden Ausblick! Es ist klar, dass 2026 das Jahr wird, in dem Unternehmen beginnen müssen, ihren Umgang mit KI und Automatisierung radikal zu überdenken. Kleine, aber gut durchdachte Schritte sind der Schlüssel zum Erfolg.
Niklas Goby: Genau, und wer nicht anfängt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Es ist jetzt an der Zeit, konkrete Schritte zu gehen!
Fazit
Das Jahr 2026 wird das Jahr der pragmatischen KI. Unternehmen müssen sich realistische Ziele setzen, mit kleinen, fokussierten Projekten beginnen und lernen, wie sie KI in ihre bestehenden Prozesse integrieren können. Dabei wird der Fokus klar auf der Messbarkeit des Return on Investments liegen. Ein erfolgreicher Einstieg in die KI-Welt ist möglich – aber nur mit einer klaren Strategie und der Bereitschaft, den Schritt zu wagen.